Mit den Rheinblicken erhalten Sie einen kleinen Einblick hinter die Kulissen des Abgeordneten- und Präsidentenamtes. Neben diesen Terminen habe ich selbstverständlich tägliche Posteingangsbearbeitung, Unterschrifts- und Vorgangsmappen, Kommunikation per Mail und Telefon, Gespräche mit Abgeordneten sowie Mitgliedern der Landesregierung, mit Beschäftigten, Bürgern, Verbänden sowie Vereinen und Projektgespräche, die ich aber nicht aufführe. Sachliche Inhalte finden sich zudem immer in meinen Themen der Woche.
Fronleichnam, 20. Juni:
Mit dem ICE geht es frühmorgens nach Berlin. Auf Einladung von Bundesinnenminister Horst Seehofer nehme ich an der Gedenkstunde für die Opfer von Flucht und Vertreibung im Zeughaushof des Deutschen Historischen Museums teil.
Im Anschluss daran informieren wir uns, die Mitglieder des Kuratoriums für das „Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalens“ im Historischen Museum über das dortige „Demokratie-Labor“, welches noch bis September diesen Jahres zu erleben ist.
Freitag, 21. Juni:
Ein sehr trauriger Anlass. Wir sind in Rösrath, wo wir unseren langjährigen und ausgesprochen liebenswerten, wie kompetenten Kollegen und Freund, Holger Müller, auf seinem letzten Weg begleiten.
Nach den Exequien in der katholischen Pfarrkirche St. Nikolaus von Tolentiono geleiten wir Holger zur letzten Ruhestätte auf dem alten
Friedhof in Rösrath.
Danach sind wir mal ganz normal als Eltern und Umzugshelfer bei unserem Sohn im Einsatz. Schön, wenn sich so etwas einrichten lässt. Kommt das Familien- und Privatleben in diesen Ämtern doch allgemein zu kurz.
Samstag, 22. Juni:
Anlässlich des 70. Jahrestags des Grundgesetzes finden der Empfang der Landesregierung und das traditionelle Sommerkonzert in diesem Jahr am ehemaligen Amtssitz des Bundespräsidenten, in der Villa Hammerschmidt in Bonn, statt.
Eine gute Entscheidung wie ich finde, befindet sich die Wiege unseres Grundgesetzes doch in Bonn.
Alle interessierten Bürgerinnen und Bürgern sind, bei freiem Eintritt, herzlich eingeladen zu diesem 70 Geburtstag unserer Verfassung.
Sonntag, 23. Juni:
Morgens geht es zum Abschlussgottesdienst des 37. Evangelischen Kirchentags.
Vier Tage lang haben die Gläubigen in Dortmund an unterschiedlichsten Workshops teilgenommen, über Gott und die Welt diskutiert und haben, im besten Fall, Stärkung im Glauben und der Gemeinschaft gefunden.
Das Dortmunder Fußballstadion bietet eine beeindruckende Kulisse, auch für mich, als Vertreter der Abgeordneten des Landtags.
Von Dortmund zurück im Wahlkreis nehme ich nahtlos an Umzug und Parade von St. Jakobus Masthole teil. Wie immer beeindruckend das traditionelle Antreten mit etwa 1.000 Aktiven. Auch für einige Gespräche am Rande bleiben noch etwas Zeit und Raum.
Anschließend führt mich der Weg wieder zurück ins Ruhrgebiet nach Duisburg. Hier bin ich auf Einladung, mit einem Schlusswort, zur Teilnahme an der Abschlussveranstaltung der „Ruhr Games“, die ich zuletzt vor zwei Jahren als eine der ersten Amtshandlungen eröffnet habe. Damit geht Europas größtes Sport-Festival für Jugendliche zu Ende. 5600 Junge Menschen aus 32 Ländern haben sich in 16 Sportarten und insgesamt 215 hochklassigen Sport-Wettkämpfen und Musikauftritten gemessen.
In meiner Rede drücke ich die ungeteilte Begeisterung darüber aus, dass dieses Veranstaltungsformat genau das widerspiegelt, was uns vielfach in Nordrhein-Westfalen ausmacht: Ehrgeiz bei Weltoffenheit und Vielfalt. Es ist die Leidenschaft für den Sport, die Gewinner und Verlierer eint und Kontrahenten zusammenbringt. Man muss dazu bereit sein, auch die eigenen Ambitionen hinter Fairness und Außenwirkung des Sports anzustellen. Genau das ist eine Parallele zur Politik, denn nur im Kompromiss kann unsere Demokratie tatsächlich funktionieren.
Montag, 24. Juni:
Heute findet die Sitzung des Aufsichtsrates der Gartenschaupark Rietberg GmbH statt, wo ich mich noch immer ehrenamtlich einbringe. Nach Büroarbeit im Wahlkreis fahre ich nach Düsseldorf, wo ich abends beim „Ständehaustreff“ zu Gast bin. Heute sind CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz auf der Bühne. Es wird ein langer Abend im Düsseldorfer Ständehaus, denn Moderator und Journalist, sowie Chefredakteur der Rheinischen Post, Michael Bröcker, gelingt ein äußerst spannender Gesprächsverlauf…
Dienstag, 25. Juni:
Die frühe Joggingrunde
um 6 Uhr weckt die Lebensgeister und lässt mich fit in den Start starten.
Lange Plenartage warten und für mich gibt es eine Vielzahl zusätzlicher Termine.
Im Landtag geht es früh mit einem „Jour Fixe“ von mir und den Mitgliedern der Planungsgruppe sowie der Verwaltungsleitung, zum Stand der Planungen, zum Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen.
Anschließend bin ich als Referent auf Einladung des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau und des Umweltministeriums in Oberhausen.
Dort werden interessierten Vertretern aus den NRW Kommunen die Details der Ausschreibung für die Landesgartenschauen in den Jahren 2026 und 2029 erläutert. In meiner Funktion als Präsident des Landtags informiere ich darüber, dass der Landtag Anfang des Jahres beschlossen hat, die Landesgartenschauen weiter mit Mitteln aus dem Landeshaushalt zu unterstützen. Gerade ich bin ein großer Befürworter. Gut geplant und umgesetzt, tragen Landesgartenschauen immer dazu bei, Infrastrukturen zu bilden und die Lebensqualität vor Ort zu verbessern. Vor allem können städtebauliche Herausforderungen sinnvoll und zeitnah gelöst werden. Das sage ich vor allem auch aus eigener Erfahrung, lagen die Initiative für Planung und Durchführung der Landesgartenschau 2008 zu meiner Zeit als Bürgermeister der Stadt Rietberg in meinen Händen.
Den Städten und Kommunen, die Interesse an einer Durchführung haben, wünsche ich den entsprechenden Mut, innovative Ideen, das nötige Herzblut und letztlich eine erfolgreiche Bewerbung. Mehr dazu finden Sie in einem separaten
Artikel auf meiner Homepage.
Leider ließen mich dieser langfristig zugesagte Einsatz für LAGL und MUNLV nicht in Düsseldorf anwesend sein, als im Plenarsaal an zwei Jahre einer sehr guten Koalition mit der FDP gedacht wurde.